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Rentenlücke berechnen: Wie groß ist deine Lücke wirklich?

Die meisten Rentenlücken-Rechner liefern Schönwetter-Zahlen: Sie ignorieren Inflation bis zum Rentenbeginn, Steuern auf die Rente und die Kranken­versicherungs­beiträge. Wer seine Lücke ernsthaft beziffern will, braucht drei ehrliche Korrekturen — und danach eine klare Antwort, wie viel Depotkapital sie tatsächlich schließt.

Die Formel — mit den drei unbequemen Korrekturen

Im Kern gilt: Rentenlücke = benötigtes Nettoeinkommen im Alter − zu erwartende Nettorente. Entscheidend sind die Stellschrauben:

  • Rentenniveau: Die gesetzliche Standardrente liegt brutto bei rund 48 % des Durchschnittseinkommens — dein individueller Wert steht in der Renteninformation, hochgerechnet allerdings mit optimistischen Annahmen.
  • Steuern und Sozialabgaben: Die Rente ist nachgelagert steuerpflichtig, dazu kommen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Von der Bruttorente bleiben je nach Fall oft nur 80–85 % netto.
  • Inflation: Bei 2 % Inflation halbiert sich die Kaufkraft in rund 35 Jahren. Eine heute auskömmliche Rente von 1.800 € entspricht in 30 Jahren real nur noch rund 1.000 €.

Beispiel: Du brauchst heute 2.800 € netto, erwartest 1.700 € Nettorente (real gerechnet) — Lücke: 1.100 € pro Monat.

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Wie viel Kapital schließt die Lücke?

Aus der Monatslücke wird über die Entnahmerate ein Kapitalbedarf. Die bekannte 4%-Regel liefert die Faustformel: Jahreslücke × 25. Konservativere Entnahmeraten erhöhen den Bedarf deutlich:

Monatliche LückeKapital bei 4 % EntnahmeKapital bei 3,5 %Kapital bei 3 %
500 €150.000 €171.000 €200.000 €
1.100 €330.000 €377.000 €440.000 €
2.000 €600.000 €686.000 €800.000 €

Von der Lücke zur Depot-Strategie

Steht die Zielzahl, zählt nur noch die Sparrate: Bei historisch rund 7 % p. a. nominal im Aktienmarkt erreichst du 330.000 € (real) je nach Horizont mit grob 400–700 € monatlich — je früher der Start, desto stärker arbeitet der Zinseszins. Vergiss die Abgeltungsteuer nicht: Vom Depotendwert geht beim Verkauf Steuer auf die Gewinne ab, bei Aktien-ETFs gemildert durch 30 % Teilfreistellung. Wie du das Kapital später entnimmst, ohne es vorzeitig aufzubrauchen, rechnet der Entnahmeplan-Rechner durch.

Häufige Fragen

Wie genau ist die Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung?

Die Hochrechnung unterstellt, dass du bis zur Rente wie bisher weiter einzahlst, und rechnet mit angenommenen Rentensteigerungen. Steuern, Sozialabgaben und Inflation musst du selbst abziehen — sonst überschätzt du deine Nettorente deutlich.

Mit welcher Entnahmerate sollte ich den Kapitalbedarf rechnen?

Die 4%-Regel ist der Ausgangspunkt, basiert aber auf US-Daten und 30 Jahren Horizont. Für längere Ruhestandsphasen oder mehr Sicherheit sind 3–3,5 % die robustere Annahme.

Sollte ich die Lücke real oder nominal berechnen?

Real, also in heutiger Kaufkraft. Rechne dein Wunscheinkommen und die erwartete Rente inflationsbereinigt — dann stimmt auch der Kapitalbedarf in heutigen Euros.

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MoneyPeak Redaktion
Analyse & Research
Aktualisiert am 12.06.2026

Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung, Steuerberatung oder Kaufempfehlung dar. Kapitalanlagen sind mit Risiken verbunden.