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Maximum Drawdown verstehen und für die Asset-Allokation nutzen

Der Maximum Drawdown (MDD) misst den größten Wertverlust vom Hoch zum darauffolgenden Tief — die Kennzahl, die für Buy-and-Hold-Anleger praktisch relevanter ist als Volatilität. Denn nicht die tägliche Schwankung beendet Anlegerkarrieren, sondern der Moment, in dem das Depot 50 % unter Wasser steht und die Nerven versagen.

Wer den historischen MDD seiner Allokation kennt, kann die entscheidende Frage beantworten: Halte ich das wirklich durch?

Historische Drawdowns: Was Aktienmärkte wirklich verlieren können

Berechnung: MDD = (Tiefstwert − Höchstwert) / Höchstwert. Ein Depot, das von 100.000 € auf 45.000 € fällt, hat einen Drawdown von 55 % — und braucht ab dem Tief +122 %, nur um den alten Stand zu erreichen. Diese Asymmetrie ist der Kern der Kennzahl: Verluste wiegen geometrisch schwerer als Gewinne.

Die großen Referenzpunkte der letzten Jahrzehnte:

KriseDrawdown (Welt-Aktien, ca.)Erholungsdauer (ca.)
Dotcom-Crash 2000–2003rund −55 %ca. 6–7 Jahre
Finanzkrise 2008/09rund −55 %ca. 5–6 Jahre
Corona-Crash 2020rund −34 %unter 1 Jahr
Zins-/Inflationsjahr 2022rund −25 %ca. 1–2 Jahre
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MDD als Allokationskriterium: Tragfähigkeit vor Rendite

Die praktische Anwendung dreht die übliche Logik um: Statt zu fragen "Wie viel Rendite will ich?", fragst du "Welchen Verlust halte ich aus, ohne zu verkaufen?" Als Faustregel reduziert der Anleihen-/Cash-Anteil den Drawdown ungefähr proportional: Ein 100 %-Aktiendepot muss historisch mit rund −55 % rechnen, ein 60/40-Portfolio mit grob −30 bis −35 %, ein 40/60-Portfolio mit rund −20 bis −25 %.

Konkret: Bei 200.000 € Depotwert bedeutet eine 100 %-Aktienquote, im schweren Bärenmarkt zwischenzeitlich auf rund 90.000 € zu blicken — über Jahre. Wer bei diesem Gedanken nachts schlecht schläft, hat seine Antwort zur Allokation gefunden, bevor der Markt sie erzwingt.

Zwei Einschränkungen gehören zur ehrlichen Nutzung: Der historische MDD ist keine Untergrenze — die Zukunft kann tiefere Einschnitte bringen. Und als Einzelkennzahl ist er blind für die Renditeseite; deshalb gehört er neben relative Maße wie die Sharpe Ratio und Verlustwahrscheinlichkeits-Maße wie den Value at Risk.

Häufige Fragen

Was ist ein guter Maximum Drawdown?

Das hängt von der Anlageklasse ab. Welt-Aktienportfolios mussten historisch mit Drawdowns um −50 bis −55 % rechnen, gemischte 60/40-Portfolios mit rund −30 %. "Gut" ist ein Drawdown dann, wenn du ihn nachweislich aushalten kannst, ohne zu verkaufen.

Wie berechne ich den Maximum Drawdown?

MDD = (Tiefstwert − vorheriger Höchstwert) / Höchstwert. Über eine Zeitreihe nimmst du den größten prozentualen Abstand zwischen einem Hoch und dem darauffolgenden Tief.

Warum ist der Drawdown wichtiger als die Volatilität?

Volatilität bestraft auch Aufwärtsschwankungen und beschreibt ein durchschnittliches Verhalten. Der Drawdown zeigt das konkrete Worst-Case-Erlebnis — genau die Situation, in der Anleger typischerweise Fehler machen.

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MoneyPeak Redaktion
Analyse & Research
Aktualisiert am 12.06.2026

Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung, Steuerberatung oder Kaufempfehlung dar. Kapitalanlagen sind mit Risiken verbunden.