ETF-Überschneidungen im Portfolio prüfen — so deckst du Klumpenrisiken auf
Drei ETFs im Depot heißt nicht dreifache Diversifikation. Wer MSCI World, S&P 500 und einen Nasdaq-ETF parallel bespart, hält Apple, Microsoft und Nvidia dreimal — und hat statt breiter Streuung ein gehebeltes US-Tech-Exposure. Genau diese versteckten Doppelungen macht eine Überschneidungsanalyse sichtbar.
Die gute Nachricht: Du musst dafür keine Factsheets nebeneinanderlegen. Eine Look-Through-Analyse zerlegt jeden ETF in seine Einzelpositionen und zeigt auf Knopfdruck, wie konzentriert dein Portfolio wirklich ist.
Warum ETF-Überschneidung dein eigentliches Risiko ist
Überschneidung entsteht überall dort, wo Indizes denselben Markt schneiden: Der S&P 500 steckt zu großen Teilen im MSCI World (~70 % US-Anteil), der Nasdaq 100 fast vollständig im S&P 500, und Welt-Indizes untereinander überlappen zu weit über 80 % — die Details zeigt der Vergleich MSCI World vs. S&P 500.
Ein Rechenbeispiel: Du hältst je 50.000 € in einem MSCI-World- und einem S&P-500-ETF. Gefühlt: zwei Fonds, breit gestreut. Tatsächlich: rund 85.000 € deines 100.000-€-Depots stecken in US-Aktien, und die zehn größten Positionen — überwiegend dieselben Mega Caps — machen einen Anteil aus, der weit über dem eines einzelnen Weltindex liegt. Das ist kein diversifiziertes Portfolio, sondern ein Klumpenrisiko mit Tarnkappe: In der nächsten US-Tech-Korrektur fallen alle Bausteine gleichzeitig.
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So prüfst du Überschneidungen methodisch sauber
Eine belastbare Overlap-Analyse arbeitet auf Positionsebene, nicht auf Indexebene. Der Ablauf:
- Look-Through: Jeder ETF wird in seine Einzelpositionen mit Gewichten aufgelöst.
- Aggregation: Gleiche Titel über alle Fonds und Einzelaktien hinweg werden zusammengezählt — erst dann siehst du dein echtes Gewicht in Apple oder Nvidia.
- Dimensionen: Neben Einzeltiteln zählen Länder- und Sektorgewichte. 40 % Tech über drei Fonds verteilt ist dasselbe Risiko wie 40 % Tech in einem Fonds.
Als Faustwerte: Liegt der gemeinsame Anteil zweier ETFs über etwa 50 %, erfüllen sie im Portfolio praktisch dieselbe Funktion — einer davon ist redundant. Einzelpositionen ab etwa 5 % Depotgewicht und Top-10-Anteile deutlich über denen eines Weltindex sind Prüfpunkte, keine automatischen Verkaufssignale: Entscheidend ist, ob die Konzentration gewollt ist.
Vom Befund zur Konsequenz — ohne Steuerfalle
Die MoneyPeak-Portfolioanalyse nimmt dir die Fleißarbeit ab: Depot verbinden oder Positionen importieren, und die Look-Through-Analyse zeigt aggregierte Einzeltitel-, Länder- und Sektorgewichte über alle ETFs hinweg — inklusive der Überschneidung zwischen deinen Fonds. Was du manuell mit Factsheets in Stunden nicht sauber hinbekommst, steht damit in Minuten.
Beim Aufräumen gilt: nicht reflexhaft verkaufen. Ein Verkauf realisiert Gewinne, auf die Abgeltungsteuer von effektiv 26,375 % anfällt (abzüglich Teilfreistellung von 30 % bei Aktien-ETFs) — und nach dem FIFO-Prinzip werden die ältesten, meist gewinnreichsten Anteile zuerst veräußert. Oft reicht es, den redundanten ETF nur nicht weiter zu besparen und künftige Raten in den Baustein zu lenken, der die Lücke im Portfolio tatsächlich schließt.
Häufige Fragen
Ab wann ist eine ETF-Überschneidung problematisch?
Es gibt keinen offiziellen Grenzwert. Als Faustregel: Überlappen zwei ETFs zu mehr als rund 50 %, erfüllen sie praktisch dieselbe Funktion im Portfolio. Entscheidend ist, ob die resultierende Konzentration gewollt ist.
Wie prüfe ich die Überschneidung meiner ETFs konkret?
Per Look-Through-Analyse: Alle ETFs werden in ihre Einzelpositionen zerlegt und gleiche Titel aggregiert. Die MoneyPeak-Portfolioanalyse macht das automatisch für das gesamte Depot inklusive Länder- und Sektorgewichten.
Soll ich einen redundanten ETF verkaufen?
Nicht reflexhaft: Ein Verkauf löst Abgeltungsteuer auf die Gewinne aus, nach FIFO zuerst auf die ältesten Anteile. Oft genügt es, den Sparplan zu stoppen und künftige Raten umzulenken.
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