Money Peak: Technology Sector Report

15. – 22. März 2026


🔍 Marktüberblick

Der Technologiesektor verzeichnete in der Berichtswoche einen Rückgang von –2,03 % – und war damit der zweitschlechteste Sektor nach den Versorgungsunternehmen (–7,36 %). Gleichzeitig hielt er sich gegenüber dem breiten Markt vergleichsweise stabil, da Investoren weiterhin strukturell in KI-Infrastruktur investiert bleiben.

Die Bewegungen innerhalb des Sektors verliefen jedoch uneinheitlich – und zwar in einer Weise, die für Anleger relevant ist. Während Halbleiterunternehmen und optische Kommunikationsinfrastruktur von der anhaltenden KI-Investitionswelle profitierten, gerieten klassische Softwareunternehmen unter Bewertungsdruck. Die Aktien von Microsoft fielen auf Wochensicht um rund –1,84 %, Meta Platforms verlor –2,15 %, Alphabet –2,00 % und Amazon.com –1,62 %. Apple hielt sich mit –0,39 % vergleichsweise gut – gestützt durch ein iPhone-Absatzplus von 23 % in China zu Jahresbeginn 2026, trotz eines rückläufigen Gesamtmarkts im Land.

Der übergeordnete Trend ist klar: Infrastruktur- und KI-Hardware wächst weiter, während Softwarebewertungen unter Druck geraten, da Anleger zunehmend hinterfragen, ob KI das klassische SaaS-Modell ergänzt – oder langfristig ablöst.


💡 Die wichtigsten Treiber dieser Woche

Der Halbleiterzyklus nimmt Fahrt auf

Der bedeutendste Impuls der Woche kam aus dem Halbleiterbereich. Der weltgrößte Auftragsfertiger TSMC erhöhte seine Investitionsplanung für 2026 auf 52 bis 56 Mrd. US-Dollar – ein Plus von 27 bis 41 % gegenüber den 41 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. Das Unternehmen kontrolliert rund 60 % des globalen Foundry-Markts und fast 90 % der fortgeschrittenen Chipfertigung. Für das Gesamtjahr 2026 prognostiziert das Management ein Umsatzwachstum von 29 % und ein bereinigtes Gewinnwachstum von 33 % – eine Dynamik, die den Zeitraum 2024 bis 2027 effektiv als Verdopplung von Umsatz und Gewinn ausweist.

Entscheidend ist dabei: Diese Investitionen sind nicht spekulativer Natur. Sie reagieren auf konkrete Auftragseingänge von Hyperscalern – also jenen großen Rechenzentrumsanbietern, die Milliarden in KI-Infrastruktur investieren. Das unterscheidet den aktuellen Zyklus von früheren Phasen, in denen Kapitalausgaben der Erwartung von Nachfrage vorauseilten.

Optische Kommunikation: Unterschätzter Profiteur

Innerhalb des Halbleiter-Ökosystems stach ein Teilsegment besonders hervor: optische Kommunikationskomponenten. Unternehmen in diesem Bereich meldeten für 2025 einen Gesamtumsatzanstieg von 35 % im Jahresvergleich – mit einem noch stärkeren Zuwachs von 61 % im Enterprise-Segment, das vorwiegend Rechenzentren bedient. Der Hintergrund: Rechenzentren stellen zunehmend auf Glasfaser um, weil herkömmliche Kupferverkabelung den Anforderungen hochmoderner KI-Workloads schlicht nicht mehr gewachsen ist. Die Überlegenheit von Glasfaser bei Übertragungsgeschwindigkeit und Energieeffizienz macht diesen Upgrade-Zyklus wirtschaftlich zwingend – und langfristig angelegt.

Software: Bewertungen unter Druck

Das Bild im Softwarebereich ist differenzierter. Auch operativ starke Unternehmen – etwa Cybersecurity-Anbieter mit 80 % Wachstum im KI-Sicherheitssegment und beschleunigter Kundenneugewinnung – sahen sich erheblichem Verkaufsdruck ausgesetzt. Nicht weil das Geschäft schlechter wurde, sondern weil Anleger die Bewertungsmultiplikatoren nach unten anpassten. Die Kernfrage, die diese Neubewertung antreibt: Macht KI Softwareprodukte günstiger und austauschbarer – oder schafft sie neue, höherwertige Einnahmequellen?

Microsoft ist exemplarisch für diese Spannung. Die Aktie notiert rund 25 % unter ihrem Jahreshoch, gilt inzwischen als günstigstes Mitglied der sogenannten „Magnificent Seven" – und profitiert gleichzeitig von starkem Wachstum in der Azure-Cloud sowie einem Auftragsbestand von rund 625 Mrd. US-Dollar. Das KGV (TTM) liegt bei rund 23,8 – deutlich unter historischen Niveaus.


📊 Kennzahlenvergleich: Magnificent Seven im Technologiesektor

Unternehmen Kurs (USD) KGV (TTM) Eigenkapitalrendite (ROE) Bruttomarge Marktkapitalisierung
Apple 247,99 31,1 159,9 % 47,3 % ~3,64 Bio. USD
Alphabet 301,00 27,5 35,0 % 59,7 % ~3,64 Bio. USD
Microsoft 381,87 23,8 33,6 % 68,6 % ~2,84 Bio. USD
Amazon 205,37 28,3 21,9 % 50,3 % ~2,20 Bio. USD
Meta Platforms 593,66 24,8 30,6 % 82,0 % ~1,50 Bio. USD

Anmerkung: Die außergewöhnlich hohe ROE von Apple erklärt sich durch ein negatives Eigenkapital infolge massiver Aktienrückkäufe – kein Qualitätsmerkmal im klassischen Sinne, sondern Ausdruck der Kapitalrückgabepolitik. Dividendenrenditen wurden aufgrund überwiegend geringer Aussagekraft (unter 1 %) nicht in der Tabelle aufgeführt.


⚠️ Herausforderungen und Risiken

Neben den Bewertungsfragen im Softwarebereich verdienen geopolitische Risiken besondere Aufmerksamkeit. Regionale Spannungen in Zuliefererketten für kritische Materialien – relevant für Unternehmen wie Apple, aber auch für Halbleiterzulieferer generell – blieben in dieser Woche ein latentes Thema. Tim Cooks Besuch in China unterstreicht, wie bedeutsam der Markt für Apple geblieben ist: iPhone-Verkäufe stiegen dort zu Jahresbeginn 2026 um 23 %, obwohl der Gesamtmarkt schrumpfte. Gleichzeitig fordert Peking weitere Zugeständnisse, etwa bei App-Store-Gebühren.

Ein weiteres Risiko: Die Rotation von Wachstumswerten hin zu „Old Economy"-Dividendentiteln, die Marktbeobachter seit Jahresbeginn registrieren, könnte bei anhaltend hohen Energiepreisen und verzögerter Zinssenkung durch die Notenbanken weitergehen – mit direkten Auswirkungen auf die Bewertung kapitalintensiver Tech-Unternehmen.


🔭 Ausblick

Die strukturelle KI-Investitionswelle zeigt keine Anzeichen einer Abschwächung. Die Nachfrage nach Rechenleistung, Glasfaserinfrastruktur und fortgeschrittenen Chips wächst – getrieben von einem selbstverstärkenden Zyklus aus steigenden KI-Modellkomplexitäten und wachsenden Anwendungsfeldern. Alphabet vermeldet über 750 Millionen monatlich aktive Nutzer für seine Gemini-App, Amazon verfolgt nach einem jahrzehntelangen Abstand eine Rückkehr in den Smartphone-Markt, und Microsoft signalisiert unverändert Wachstumsvertrauen in Azure.

Kurzfristig bleibt der Gegenwind für den Sektor real: Bewertungsdruck bei Software, geopolitische Unwägbarkeiten und ein vierter aufeinanderfolgender negativer Handelsmonat für US-Aktien insgesamt. Mittelfristig jedoch dürften jene Unternehmen, die KI-Infrastruktur ermöglichen – von Chipherstellern über Netzwerkanbieter bis hin zu Cloud-Anbietern – zu den strukturellen Gewinnern dieser technologischen Transformationsphase gehören.


✅ Handlungsrelevante Erkenntnisse für Anleger

  1. Infrastruktur vor Software – vorerst. Die stärksten fundamentalen Signale kommen derzeit aus dem Halbleiter- und Netzwerkbereich. Der Capex-Anstieg von TSMC und die Nachfrage nach optischer Kommunikation spiegeln echte Auftragslage wider – keine Vorwegnahme.

  2. Softwarebewertungen kritisch beobachten. Die aktuellen Bewertungsrückgänge bei Softwareunternehmen müssen nicht automatisch Kaufsignale sein. Entscheidend ist die Frage, ob das jeweilige Geschäftsmodell durch KI gestärkt oder gefährdet wird. Anleger sollten zwischen diesen Szenarien differenzieren, statt pauschal auf den Sektor zu setzen.

  3. Microsoft auf dem Radar behalten. Das Unternehmen weist mit einem TTM-KGV von 23,8 die niedrigste Bewertung unter den großen Tech-Plattformen auf – bei weiterhin starkem Cloud-Wachstum und einem hohen Auftragsbestand. Ob das aktuelle Niveau einen attraktiven Einstiegspunkt darstellt, hängt von der individuellen Risikotoleranz und dem Anlagehorizont ab.

  4. Geopolitische Lieferketten nicht unterschätzen. Die Abhängigkeit vieler Tech-Unternehmen von Taiwan, aber auch von seltenen Rohstoffen, bleibt ein strukturelles Risiko. Für Anleger mit Engagement in Halbleiterunternehmen oder Apple empfiehlt sich eine regelmäßige Überprüfung dieses Risikofaktors.

  5. Sektorrotation im Blick behalten. Die laufende Verschiebung von Wachstums- hin zu Dividendenwerten kann kurzfristig weiteren Druck auf Tech-Aktien bedeuten. Wer bereits im Sektor investiert ist, sollte prüfen, ob sein Portfolio gegenüber einem verlängerten Rotationsszenario ausreichend diversifiziert ist.


Dieser Bericht dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine individuelle Anlageberatung im Sinne des Kreditwesengesetzes (KWG) oder der BaFin-Regulierung dar. Die dargestellten Analysen sind illustrativ und spiegeln allgemeine Markteinschätzungen wider. Anlageentscheidungen sollten stets unter Berücksichtigung der persönlichen Risikobereitschaft, des Anlagehorizonts und nach Konsultation eines qualifizierten Finanzberaters getroffen werden.

— Money Peak Redaktion, 22. März 2026

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